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Newsletter Oktober 2026: Unbezahlbar

Wird ein gutes Leben jetzt zum Luxus? Eine andere Wirtschaft braucht auch eine andere Technologie – und damit einhergehend echte Souveränität.

Unbezahlbar

Wird ein gutes Leben jetzt zum Luxus? Wohnen, Energie, Lebensmittel, Gesundheit und Bildung werden für immer mehr Menschen unbezahlbar. Gleichzeitig setzen wir auf Technologien, die enorme Mengen Energie verbrauchen und unsere Lebensgrundlagen gefährden. Wer bezahlt dafür? Und welchen Preis zahlen wir?

Über den Sommer haben wir uns intensiv mit den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz und ihrem wachsenden Energieverbrauch beschäftigt. Im Rahmen der FOSS4G-Konferenz haben wir erforscht, wie wir Open-Source-Projekte finanzieren können, die Geodaten für unseren sich rasant verändernden Planeten sammeln & aufbereiten. Auf der AI for Good-Konferenz der UN haben wir über die ökologischen Folgen von KI und den Energiebedarf von Rechenzentren gesprochen. Und wir haben Projekte vorangetrieben, in denen regenerative Wirtschaft und Platform Coops zusammen wirken können. Was nehmen wir aus diesen Erfahrungen mit?

Wir brauchen konkrete Alternativen. Jetzt.

Mit dem Democratic Tech Fund arbeiten wir an einer digitalen Infrastruktur jenseits der Kontrolle großer Tech-Unternehmen. Mit Workers' Buyout & dem Euro-ESOP wollen wir gemeinsam mit dem Institut für Unternehmensdemokratie IfU Mitarbeitende in der Unternehmensnachfolge stärken und am Unternehmenseigentum beteiligen. Und mit unserem Marktplatz Makowi & darauf aufbauenden P2P-Finanzierungsinstrumenten entwickeln wir neue Wege für gemeinwohlorientiertes Wirtschaften.

Um es klar zu sagen: Eine andere Wirtschaft braucht auch eine andere Technologie – und damit einhergehend auch echte Souveränität. Nur wenn wir selbstbestimmt über unsere digitale Infrastruktur entscheiden können, haben wir die Möglichkeit, Systeme grundlegend zu verändern. Technologische Souveränität und Mitbestimmung bedeuten dabei nicht nur, unabhängiger von großen Tech-Konzernen zu werden. Es geht auch darum, gemeinsam darüber zu bestimmen, wie wir Technologien einsetzen und welche ökologischen und sozialen Folgen wir in Kauf nehmen wollen.

Ohne diese Selbstbestimmung laufen wir Gefahr, die bestehende, unnachhaltige Wirtschaftsweise einfach digital fortzuschreiben, während wir versuchen, ihre Folgen mit grünen Versprechen zu überdecken. Denn weder neue Technologien noch Nachhaltigkeitsrichtlinien allein reichen aus, wenn sich an den grundlegenden Machtverhältnissen nichts ändert. Ein gutes Leben für alle, innerhalb planetarer Grenzen, ist unbezahlbar.

Achtung, bitte!

Ihr habt eine Idee für eine nachhaltige, faire Wirtschaft? Wir helfen euch, sie auf die Straße zu bringen. Ob Genossenschaftsgründung, solidarisches Geschäftsmodell oder die nächsten Entwicklungsschritte eurer Organisation: Wir haben bereits mehr als 100 gemeinwohlorientierte Organisationen beraten – und freuen uns auf die nächsten. Dank des Nachhaltig Wirken-Förderprogramms des BMWE & ESF+ könnt ihr euch einfach auf unserer Website einen Beratungsslot buchen – und zwar kostenlos.

Veranstaltungen

  • 3.–4. November 2026, Brüssel — EO Days Conference: Employee Ownership Policies & Practice. Die EO Days sind eine zweitägige Veranstaltungsreihe in Brüssel, die Politik und Praxis der Mitarbeitendenbeteiligung in ganz Europa voranbringen soll. Wir freuen uns darauf, teilzunehmen und die künftige Agenda mitzugestalten (englischsprachig). Mehr Infos
  • 4. November 2026, 12:30 Uhr, online — Democratising Tech Means Democratising the Economy. Gemeinsam mit dem Democratic Tech Fund gehen wir der Frage nach, wie kooperative Finanzierung, gemeinschaftliches Eigentum und Crowdfunding demokratischen Tech-Projekten zu einer tragfähigen Zukunft verhelfen können (englischsprachig). Dabei sein
  • 10. November 2026, 13:30 Uhr, online — Workers' Buyout: Die Belegschaft übernimmt das Unternehmen. In Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsministerium und der Arbeitskammer des Saarlandes! Erfahre in diesem Praxisseminar, wie eine Unternehmensnachfolge durch Mitarbeitende erfolgt und welche Chancen sich für Inhabende und Mitarbeitende ergeben. Anmelden
  • 12.–15. November 2026, Bangkok — Financing the Solidarity Stack. Ein Workshop des Platform-Coops-Teams im Rahmen der Konferenz Solidarity AI: Wir kartieren gemeinsam die Kosten und mögliche Finanzierungsmechanismen für gemeinschaftlich getragene KI-Infrastruktur (englischsprachig). Mehr Infos
  • 12. November 2026 — Implementing Steward Ownership (Konferenz der Harvard Business School). Unsere Mitgründerin Claudia Henke stellt ihre Forschung zu Governance und der Umsetzung von Verantwortungseigentum vor – auf einer Konferenz des Ownership Project und des Institute for Business in Global Society (englischsprachig). Mehr Infos
  • 17. November 2026, 13–15 Uhr — Employee Ownership (Workshop im Rahmen von Social Economy Berlin). Wie können Unternehmen so gestaltet werden, dass Mitarbeitende nicht nur mitarbeiten, sondern auch Verantwortung und Eigentum übernehmen? Wir zeigen Ansätze zur Beteiligung von Mitarbeitenden am Unternehmen. Anmelden

Lesen & Hören

Grün reden reicht nicht! Mit der neuen EU-Richtlinie EmpCo gelten strengere Regeln für Nachhaltigkeitsversprechen. Was bedeutet das für gemeinwohlorientierte Unternehmen? In der neusten Episode unseres Klima Check-in sprechen wir darüber, warum glaubwürdige Nachhaltigkeit mehr braucht als gutes Marketing und wie gemeinschaftliches Wirtschaften dazu beitragen kann, ökologische Verantwortung konkret umzusetzen. Reinhören

Who Owns the Commons? What Platform Coops Teach Us. Der Beitrag fasst Ela Kagels Keynote beim FOSS4G Global Gathering im September in Hiroshima zusammen. Was passiert, wenn Open Source zu einer Infrastruktur wird, von der die Welt abhängt? Ela untersucht, wie genossenschaftliche Modelle die offenen Geodaten-Technologien tragen können, auf die wir angewiesen sind, um unsere Welt zu verstehen, auf den Klimawandel zu reagieren und Krisen zu bewältigen. Indem sie die Offenheit der digitalen Commons mit dem gemeinsamen Eigentum und der Verantwortung von Genossenschaften verbindet, fragt sie, wie wir von Beitragenden zu langfristigen Verwalter:innen gemeinsamer Ressourcen werden – und die Commons so für alle offen halten (englischsprachig). Artikel lesen

Worker Coops & The Long History of Labor. Wenn wir über die Zukunft der Arbeit sprechen, konzentrieren wir uns oft auf das scheinbar Neue: digitale Plattformen, Algorithmen, Künstliche Intelligenz und neue Modelle der Mitarbeitendenbeteiligung. Doch auch wenn die Technologien neu sind, die grundlegenden Fragen sind es nicht. Wer kontrolliert die Arbeit? Wem gehört die Infrastruktur? Wer schafft Wert, und wer profitiert davon? Bei unserem 3. Platform Coops Research Call im September sind Camille Steele, Melike N. Kaplan, Anannya Bhowmik Paul und Ela Kagel diesen Fragen anhand der langen Geschichte der Arbeit nachgegangen – von Versklavung und Industrialisierung bis zu algorithmischem Management und gemeinschaftlich getragener KI. Ihre zentrale Erkenntnis: Eine demokratischere Zukunft der Arbeit lässt sich nicht aufbauen, ohne die historischen Machtverhältnisse zu verstehen, die sie bis heute prägen (englischsprachig). Video ansehen

Warum Genossenschaften ihre digitale Infrastruktur selbst besitzen sollten. Was wäre, wenn eine Genossenschaft nicht nur gemeinsam ein Haus oder ein Quartier besitzt, sondern auch die digitale Infrastruktur, die darin zum Einsatz kommt? Diese Frage stand im Zentrum des Panels „Gemeinschaft 2.0" beim 1893 Summit der Wohnbaugesellschaft 1893 aus Eberswalde. Dabei ging es um eine Perspektive, die für Wohnungsgenossenschaften zunehmend relevant wird: Digitalisierung nicht nur als Frage neuer Tools und Apps zu verstehen, sondern als Frage von Eigentum, Infrastruktur und gemeinschaftlicher Selbstbestimmung. Denn eine digitale Genossenschaft ist mehr als eine Genossenschaft, die digitale Anwendungen nutzt. Sie kann selbst Eigentümerin ihrer digitalen Infrastruktur werden. Artikel lesen

Entbürokratisierungs-Agenda

Wir sind dabei: Die Entbürokratisierungs-Agenda für Genossenschaften! Aktuell berät der Bundestag über die Novelle des Genossenschaftsgesetzes. Der Entwurf bringt schon viel Gutes mit, geht aber noch nicht weit genug. Deshalb tragen wir die Entbürokratisierungs-Agenda von #GenoDigital mit. Ihre vier Forderungen: schnellere Gründungen, weniger Prüfungsaufwand für kleine Genossenschaften, keine Deckelung für investierende Mitglieder und keine neue Bürokratie.

Je mehr Genossenschaften und Verbände unterschreiben, desto mehr Gehör findet die Praxis in der Politik. Sei dabei! Mehr erfahren und mit eurem Logo unterzeichnen


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