Zwei offene Hände unter einem Kreis voller handgezeichneter Wirtschafts- und Ökosystem-Symbole (Geld, Schlüssel, Diagramme, Waage)

Cooperative Finance

Kooperative Ökosysteme entwerfen, tragfähig modellieren, risikoarm erproben

Wir helfen Organisationen, Genossenschaften und Netzwerken, aus gemeinsamen Herausforderungen funktionierende Kooperations-, Plattform- und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Dafür verbinden wir Ecosystem Mapping, Plattformdesign, Governance, Geschäftsmodellierung und Prototyping zu einem durchgängigen Entwicklungsprozess.

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Ausgangslage

Wenn alle voneinander profitieren könnten – aber die Verbindung fehlt

In vielen Branchen sind die notwendigen Akteure, Angebote, Ressourcen und Technologien bereits vorhanden.
Trotzdem entstehen keine tragfähigen Kooperationen:

  • Beteiligte kennen ihre gegenseitigen Bedarfe und Ressourcen nicht.
  • Angebote und Nachfrage bleiben über Organisationen hinweg unsichtbar.
  • Gemeinsame Interessen führen noch nicht zu einem gemeinsamen Geschäftsmodell.
  • Eigentum, Verantwortung und Mitbestimmung sind ungeklärt.
  • Digitale Lösungen werden entwickelt, bevor ihr konkreter Nutzen validiert ist.
  • Neue Zahlungs- und Finanzierungsmodelle wirken vielversprechend, erhöhen aber zunächst die Komplexität.
  • Pilotprojekte scheitern an fehlender Koordination, nicht unbedingt an der Technologie.

Wir schaffen einen strukturierten Rahmen, um aus dieser fragmentierten Akteurslandschaft ein handlungsfähiges Ökosystem zu entwickeln.

Unser Vorgehen

Vom komplexen Ökosystem zum erprobten Modell

1. Entwerfen

Wir machen sichtbar, wer zum Ökosystem gehört, welche Probleme und Ressourcen vorhanden sind und welche Interaktionen gegenseitigen Nutzen erzeugen können.

2. Modellieren

Wir entwickeln und vergleichen Geschäfts-, Governance-, Finanzierungs- und Beteiligungsmodelle. So wird deutlich, wer welchen Beitrag leistet, wer entscheidet und wie sich das Ökosystem langfristig trägt.

3. Erproben

Wir übersetzen das priorisierte Modell in Simulationen, Prototypen und einen begrenzten Piloten mit realen Akteuren – bevor große Entwicklungs- oder Investitionsentscheidungen getroffen werden.

Kooperation entsteht nicht durch Technik, sondern durch Klarheit darüber, wer welchen Beitrag leistet und welchen Nutzen erhält.

Angebot

Sieben Bausteine für tragfähige Kooperation

1

Ecosystem Check & Mapping

Wir identifizieren relevante Stakeholder, clustern ihre Rollen und untersuchen Probleme, Ressourcen, Beziehungen und Abhängigkeiten im bestehenden System. Dabei fragen wir:

  • Wer hat welches Problem?
  • Wer verfügt über passende Ressourcen oder Fähigkeiten?
  • Wer ermöglicht Zugang?
  • Wer entscheidet und finanziert?
  • Wer trägt Risiken?
  • Welche Akteure werden bislang nicht ausreichend berücksichtigt?

Ergebnis: Eine Ecosystem Map mit priorisierten Chancenfeldern, Ankerakteuren und ersten Interaktionshypothesen.

2

Cooperative Platform Design

Wir gestalten die Interaktionen, die ein kooperatives Ökosystem ermöglichen soll. Gemeinsam entwickeln wir:

  • zentrale Austausch- und Vermittlungsprozesse,
  • Nutzenversprechen für jede Stakeholdergruppe,
  • Rollen von Anbietern, Nutzer und Intermediären,
  • Zugangs- und Teilnahmeregeln,
  • Möglichkeiten zur Bündelung von Nachfrage und Ressourcen,
  • digitale und analoge Kontaktpunkte.

Ergebnis: Ein priorisiertes Interaktions- und Plattformmodell.

3

Governance & Participation Design

Kooperation braucht nicht nur Transaktionen, sondern nachvollziehbare Regeln. Wir klären:

  • Wer gestaltet das Ökosystem mit?
  • Wer darf verbindlich entscheiden?
  • Wem gehören Plattform, Daten und Marke?
  • Wie werden unterschiedliche Stakeholder repräsentiert?
  • Wie werden wirtschaftliche Vorteile verteilt?
  • Welche Rolle übernimmt eine Ankerorganisation?
  • Ist eine Plattformgenossenschaft, ein Konsortium oder zunächst eine vertragliche Kooperation sinnvoll?

Ergebnis: Ein Governance-Modell mit Rollen, Entscheidungsrechten und möglichen Trägerstrukturen.

4

Business Modelling

Wir entwickeln mehrere wirtschaftliche Optionen getrennt voneinander und vergleichen sie systematisch. Dafür betrachten wir sowohl das gesamte Ökosystem als auch das Geschäftsmodell einer möglichen Betreiberorganisation:

  • Wer ist Kunde?
  • Wer erhält welchen Nutzen?
  • Wer ist bereit zu zahlen?
  • Welche Kosten entstehen?
  • Welche Leistungen werden gemeinschaftlich finanziert?
  • Welche Einnahmen, Einsparungen oder Effizienzgewinne sind möglich?
  • Wie groß muss das Ökosystem werden, damit es sich trägt?

Ergebnis: Bewertete Geschäftsmodellvarianten mit einer nachvollziehbaren Reihenfolge für Pilotierung und Skalierung.

5

Cooperative Finance & Incentive Design

Nicht jedes Ökosystem benötigt eine eigene Währung. Aber jedes Ökosystem benötigt eine klare Logik für Geld, Beiträge, Risiken und wirtschaftliche Teilhabe. Wir untersuchen und gestalten:

  • klassische Eurozahlungen,
  • gemeinschaftliche Budgets,
  • projektbezogene Finanzierung,
  • Mitgliederfinanzierung,
  • automatisierte Erlösverteilung,
  • Zeit- und Leistungsguthaben,
  • Bonus- und Anreizmodelle,
  • programmierbare Zahlungen,
  • regulierte Stablecoins,
  • komplementäre Währungen.

Ergebnis: Ein verständliches Zahlungs-, Finanzierungs- und Anreizmodell einschließlich Risiken und regulatorischer Anforderungen.

6

Simulation & Prototyping

Wir machen abstrakte Modelle erlebbar. Je nach Fragestellung entwickeln wir:

  • moderierte Ökosystemsimulationen,
  • Rollen- und Transaktionsspiele,
  • Service Journeys,
  • klickbare Plattform-Mockups,
  • Marktplatz- und Mitgliederoberflächen,
  • Wallet- und Zahlungsabläufe,
  • Projekt- und Wirkungsdashboards.

Ergebnis: Ein testbarer Konzeptprototyp und qualitatives Feedback der späteren Beteiligten.

7

Minimum Viable Ecosystem

Ein technisches MVP allein reicht nicht aus, wenn Anbieter, Nutzer und Betreiber noch nicht zu einem funktionierenden Zusammenspiel gefunden haben. Deshalb entwickeln wir einen möglichst kleinen, aber real funktionierenden Ausschnitt des geplanten Ökosystems. Im Mittelpunkt stehen dabei eine Ankerorganisation, eine klar definierte Nutzergruppe und wenige ausgewählte Anbieter. Gemeinsam bilden sie ein überschaubares System, in dem ein bis drei konkrete Interaktionen stattfinden und über einen einfachen Abwicklungsprozess erprobt werden können. Ergänzt wird der Pilot durch messbare Erfolgskriterien und ein realistisches Betriebsmodell.

Das Ergebnis ist ein risikoarmer Pilot, der nicht nur zeigt, ob die Anwendung technisch funktioniert, sondern vor allem, ob das Zusammenspiel der beteiligten Akteure in der Praxis trägt.

Case Study

MAKOWI: Ein regeneratives Finanzierungsmodell für die Sozialwirtschaft

Mit MAKOWI haben wir einen digitalen Marktplatz für die kooperative und gemeinwohlorientierte Wirtschaft konzipiert. Ausgangspunkt waren zentrale Herausforderungen sozialer und kooperativer Unternehmen: geringe Sichtbarkeit, fragmentierte Nachfrage, fehlende Liquidität und die Abhängigkeit von Förderungen – ebenso wie Geldabflüsse an externe Plattformen und Anbieter. Wir haben die relevanten Akteure und ihre Rollen untersucht, mögliche Interaktionen entwickelt und das Modell in Vorträgen, Workshops und einem Stablecoin-Game erlebbar gemacht.

Daraus entstand ein ganzheitliches Marktplatzmodell mit Wallet- und Zahlungsprozess, komplementärer Währungslogik sowie einem Liquiditäts- und Wirkungsdashboard. Ergänzt wurde es durch unterschiedliche Erlösmodelle sowie ein Finanzierungs- und Investitionsmodell. Die zentrale Erkenntnis: Die technische Umsetzung ist selten die erste Hürde. Entscheidend sind ein dringendes gemeinsames Problem, ein finanzierungsfähiger Anker, tragfähige Anreize und die soziale Koordination des Ökosystems. MAKOWI ist damit eine Referenz dafür, wie wir kooperative Plattformmodelle entwerfen, wirtschaftlich modellieren und ihre zentralen Annahmen frühzeitig sichtbar machen.

Screenshot der MAKOWI-Marktplatz-Demo: Angebote im kooperativen Ökosystem mit Kategorien, Preisen und Wallet ($COOP, $EURe, SEPA)

Was mit der kooperativen Wirtschaft begann, kann überall dort wirken, wo Akteure gemeinsam mehr erreichen.

Einsatzfelder

Kooperative Plattformmodelle sind nicht auf eine Branche begrenzt

Wohnen & Quartier

Wohnungsgenossenschaften können Mitglieder, lokale Anbieter und gemeinschaftliche Infrastruktur miteinander verbinden. Wir zeigen – wie.

Energie

Energieerzeuger, Verbraucher, Stadtwerke, Wohnungsunternehmen und Bürgerenergiegesellschaften können lokale Energie- und Investitionsmodelle entwickeln.

Finanzdienstleistungen

Mitglieder, Kunden, Finanzinstitute und regionale Unternehmen können neue Formen gemeinsamer Finanzierung und wirtschaftlicher Teilhabe entwickeln.

Versicherungen

Versicherte, Versicherer, Präventionsanbieter und lokale Netzwerke können von der reinen Schadensregulierung zu gemeinsamen Präventionsökosystemen gelangen.

Mobilität

Fahrzeughersteller, Flottenbetreiber, Kommunen, Wohnungsunternehmen und Nutzer können Mobilität als geteiltes Ökosystem organisieren.

Regionale Versorgung

Erzeuger, Verarbeiter, Handel, Gastronomie, Kantinen und Verbraucher können Nachfrage, Logistik und Finanzierung besser koordinieren.

Selbständige

Selbstständige können sich jenseits klassischer Vermittlungsplattformen organisieren und gemeinsame Infrastruktur aufbauen.

Gemeinwohlökonomie

Soziale Unternehmen, Genossenschaften und gemeinwohlorientierte Organisationen können Angebote, Nachfrage und Finanzierung in einem gemeinsamen Wirtschaftsraum verbinden.

Welche Kooperation wäre möglich, wenn Probleme, Ressourcen und Interessen richtig verbunden wären?

In einem ersten Gespräch betrachten wir Ihre Ausgangslage, mögliche Ankerakteure und die Frage, welcher nächste Schritt sinnvoll ist.

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